Schlaf- und Beatmungsmedizin

Die Schlaf- und Beatmungsmedizin hat in der Universitätsklinik für Pneumologie eine jahrzehntelange Tradition. Unser interdisziplinäres Schlaflabor gehört zu den ersten zertifizierten Schlafzentren der Schweizer Gesellschaft für Schlafforschung, Schlafmedizin und Chronobiologie (SGSSC) und unser pneumologisches Schlaf- und Beatmungszentrum geniesst national und international grosse Anerkennung und Ansehen.

Schlafstörungen, insbesondere nächtliche Atmungsstörungen wie die obstruktive Schlafapnoe, kommen häufig vor. Sie können neben einer Beeinträchtigung des Schlafs auch zu Beschwerden am Tage führen und z.B. Tagesschläfrigkeit, Tagesmüdigkeit und Konzentrationsstörungen verursachen. Darüber hinaus gelten schlafbezogene Atmungsstörungen auch als Risikofaktoren für eine Vielzahl an Herz-Kreislauferkrankungen, wie Bluthochdruck (arterielle Hypertonie), Herzinfarkt und Schlaganfall.

Deshalb ist einer unserer Tätigkeitsschwerpunkte die Diagnostik und Behandlung von schlafbezogenen Atmungsstörungen. Hierzu gehören neben der obstruktiven Schlafapnoe auch die zentrale Schlafapnoe und nächtliche Hypoventilationssyndrome. Wir nehmen uns Zeit für unsere Patienten, um gemeinsam der Ursache des gestörten Schlafs auf den Grund zu gehen und gezielt weitere Schlafuntersuchungen (z.B. respiratorische Polygrafie, 2-Kanalscreening, Polysomnografie, etc.) einzuleiten.

Als wirksamste Therapieform bei Schlafapnoe hat sich die nächtliche Überdruckbeatmung mit einem CPAP-, APAP oder BiPAP- Gerät herausgestellt. Bereits nach kurzer Anwendungszeit bessert sich das Befinden der Betroffenen meist deutlich. Es uns sehr wichtig, unsere Patienten umfassend über die jeweils möglichen Therapieoptionen und -alternativen zu beraten. Somit versuchen wir bei der Wahl der Therapie immer die individuellen Wünsche und Bedürfnisse unserer Patienten zu berücksichtigen. Hierbei kommt uns auch unsere enge Zusammenarbeit mit Spezialisten aus anderen Fachgebieten wie beispielsweise der HNO-Heilkunde und der Kieferorthopäde zu Gute.

Daneben hat sich die Beatmungsmedizin, vor allem die nicht-invasive Beatmung, zu einem unserer wesentlichen Schwerpunkte entwickelt. Wir behandeln Patienten mit akuter und chronischer Ateminsuffizienz. Durch unser Team für nicht-invasive Beatmung (NIV-Team) und die Pflegeexperten der pneumologischen Bettenstation werden unsere Patienten mit einer Langzeitbeatmung sicher und professionell bis zur eigenständigen häuslichen Anwendung geschult. Darüber hinaus behandeln wir in unserem Weaningbereich auch Patienten, die nach akuter Erkrankung langzeitbeatmet werden und helfen ihnen dabei, wieder eine grössere Unabhängigkeit vom Beatmungsgerät zu erlangen oder auf dieses sogar wieder ganz verzichten zu können.

Die Schlafmedizin ist ein interdisziplinäre Disziplin, die oft eine Expertise aus verschiedenen medizinischen Fachbereichen erfordert. Unser pneumologisches Zentrum für Schlaf- und Beatmungsmedizin ist daher ein wesentlicher Bestandteil des universitären Schlaf-Wach-Zentrums am Inselspital. Dort können wir gemeinsam mit Neurologie (Nervenheilkunde) und Psychiatrie unseren Patienten eine umfassende schlafmedizinische Betreuung ermöglichen (Link SWEZ).